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22.11.2017 : 10:22

Arbeit & Innovation - Initiativen für die Holz- und Möbelbranche

Die europäische Holz- und Möbelindustrie hat einen tiefgreifenden Strukturwandel hinter sich, der seit den 1990er-Jahren vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vom Markt verdrängt und Tausende von Arbeitsplätzen vernichtet hat. Gleichwohl ist es den Unternehmen in der Branche bisher nicht gelungen, eine stabile Trendwende hin zu mehr Beschäftigung umzusetzen.
Ein Haupthindernis im internationalen Wettbewerb ist die ausgeprägte Investitions- und Innovationsschwäche in der Holz- und Möbelwirtschaft. Um hier Fortschritte zu erzielen bedarf es einer europäisch angelegten, sektoralen Innovationsoffensive in den Unternehmen. Betriebliche Innovationen sind wichtige Impulsgeber, um stabiles Wachstum und mehr Beschäftigung auf Dauer umzusetzen. Notwendig sind forcierte Aktivitäten für beständig verbesserte Produkte, für effiziente Produktionsabläufe und für intelligente Arbeitsmodelle.
Die Innovationskraft in der Branche kann wesentlich dann gestärkt werden, wenn es gelingt, die Arbeitnehmerorganisationen stärker als bislang geschehen an Innovationsprozessen zu beteiligen, vorhandene Ideen der Beschäftigten besser aufzunehmen und deren  praxisnahe Umsetzung zu organisieren.

Für INNOTrans ergeben sich hieraus drei Anküpfungspunkte:

  • KMU-geprägte Branchen wie die Holz- und Möbelindustrie haben aufgrund ihrer Innovationsschwächen erhebliche strukturelle Wachstumsdefizite und Wettbewerbsnachteile. Diese Defizite gelten für die europäische Branche insgesamt, wenngleich die jeweiligen Stärken und Schwächen national unterschiedlich ausgeprägt sind. Insbesondere das Innovationspotenzial in den Belegschaften wird nicht umfassend genutzt. Die Möglichkeiten der innovativen Arbeitsgestaltung durch mehr Mitarbeiterbeteiligung sind wenig entwickelt. Deshalb ist es notwendig, Maßnahmen zu initiieren, die es den Arbeitnehmern und ihren Interessenvertretungen ermöglichen, sich gesamteuropäisch auszutauschen, ihre Aktivitäten besser zu koordinieren und eigene Impulse in den Innovationsdialog auf Betriebs- und Branchenebenen einzubringen.
  • Wie andere Industriebranchen hat auch die Holz- und Möbelindustrie in den zurückliegenden Jahren Produktionsteile und Standorte vor allem in die benachbarten mittelosteuropäischen Länder verlagert. Diesem europäischen Produktionsnetzwerk hat die Arbeitnehmerseite bisher keine adäquaten Informations- und Austauschbeziehungen gegenüberstellen können. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Strukturen und Mechanismen aufzubauen, die den Informationsfluss, die Zusammenarbeit und den wechselseitigen Informationsaustausch von Interessenvertretungen überbetrieblich und europaweit verbessern helfen.
  • Informationsdefizite und mangelnde Kooperationen führen dazu, dass die für die europäische Branchenentwicklung zentrale Schlüsselfrage der betrieblichen Innovationsgestaltung national höchst unterschiedlich behandelt wird und eine europäisch getragene Verbesserungsstrategie für die Branche Holz/Möbel kaum vorhanden ist. Hier sind europäisch vernetzte Initiativen hilfreich, um das vorhandene Know-how und das Potenzial der Beschäftigten zu bündeln und dieses langfristig weiter zu entwickeln.