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16.7.2019 : 4:54

Mehr über die IG Metall

Die IG Metall  -  Eine Gewerkschaft stellt sich vor

Rund 2,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Metallindustrie, des Metallhandwerks, der Textil- und Bekleidungsindustrie, der Holz- und Kunststoffindustrie sowie der Informations- und Kommunikationsindustrie haben sich in der IG Metall zusammengeschlossen, um ihre Interessen in Betrieb und Gesellschaft besser einbringen und durchsetzen zu können.

Und zwar sehr erfolgreich - das zeigt die Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte:

  • höhere Einkommen
  • kürzere Arbeitszeiten
  • mehr Urlaub
  • mehr soziale Sicherheit
  • mehr Freiraum

Unsere Geschichte zeigt, dass  - wann immer die Arbeitszeiten verkürzt, der Urlaub verlängert und die Einkommen erhöht wurden -  allen Verbesserungen für die Arbeitnehmer immer ein zäher Kampf vorausging, der manchmal bis zum Streik führte.
Damals wie heute gilt unverändert: die IG Metall ist nur so stark, wie ihre Mitglieder sie machen.

Eine zentrale Aufgabe der Gewerkschaft ist die Tarifpolitik. Im Mittelpunkt unserer tarifpolitischen Ziele steht

  • die Einkommen zu sichern und zu verbessern
  • die Arbeitszeiten zu verkürzen und im Interesse der Beschäftigten zu gestalten
  • Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten
  • die Qualifizierung zu fördern

Zeitgemäße Tarifverträge müssen neuen Produktions- und Arbeitsorganisationen, aber auch den Erwartungen der Beschäftigten gerecht werden.

Die meisten Menschen erwarten heute von der Arbeit mehr als bloßes Geldverdienen. Sie wünschen sich eine sinnvolle Tätigkeit, die ihre Gesundheit und die Umwelt möglichst wenig belastet. Sie wollen bei Entscheidungen gefragt und beteiligt sein, und sie verlangen nach mehr Freiräumen und mehr Selbstbestimmung im täglichen Arbeitsleben.

Die IG Metall arbeitet an neuen Tarifverträgen, die die genannten Entwicklungen und Erwartungen berücksichtigen.

Kleine Geschichte der IG Metall

Im Juni 1991 feierte die IG Metall ihren hundertsten Geburtstag. Im Jahr 1891 war der Deutsche Metallarbeiter-Verband (DMV), die wichtigste Vorläuferorganisation der IG Metall, gegründet worden. Der DMV entwickelte sich schnell zur größten deutschen Einzelgewerkschaft im Kaiserreich und in der Weimarer Republik.

Die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nazidiktatur im Jahre 1933 bedeutete auch das Ende einer freien Gewerkschaftsarbeit in Deutschland. Es folgten Jahre der Verfolgung, Unterdrückung und des Widerstandes.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahre 1945, formierte sich die neue gewerkschaftliche Arbeit aus den Betrieben heraus. Betriebsräte organisierten den Bedarf fürs tägliche Leben und den Wiederaufbau der Betriebe.

Parallel dazu begann der Aufbau der Gewerkschaften als Organisation nach dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft.

Nach der deutschen Einheit bekam die IG Metall 1991 rund eine Million neue Mitglieder - es gibt nur noch eine einheitliche IG Metall in Ost und West.

1998 und 2000: Zwei Fusionen - zuerst mit der Gewerkschaft Textil-Bekleidung (GTB), dann mit der Gewerkschaft Holz und Kunststoff (GHK). Der Name "IG Metall" ist dabei erhalten geblieben. Die früheren GTB- und GHK-Mitglieder sind den IG Metall-Mitgliedern in allen Punkten gleichgestellt. Die Betreuung wird von den IG Metall-Verwaltungsstellen übernommen.

Die IG Metall vertritt heute erfolgreich die Interessen der Beschäftigten in der Metallwirtschaft, in der Eisen- und Stahlindustrie, im Metallhandwerk, in der Textil- und Bekleidungsindustrie, dem Textilreinigungsgewerbe sowie in der Holz- und Kunststoffindustrie.

Die IG Metall ist Mitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes (IMB).

Die IG Metall im Betrieb

Betriebsräte und Vertrauensleute

Im besten Fall macht Arbeit Freude - zumindest aber soll sie nicht krank machen. Denn wer sich bei der Arbeit kaputtmacht, unter Dauerstreß steht und unzufrieden ist, der wird auch die Freizeit nicht unbeschwert genießen. Die Arbeitsbedingungen zu verbessern, ist daher zentrales Anliegen der IG Metall.

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, umweltschonende Produktion, Organisation der Arbeit, Weiterbildungsmöglichkeiten der Beschäftigten, Eingruppierung und Arbeitszeit: dies sind Themen, mit denen sich Vertrauensleute der IG Metall und in der IG Metall organisierte Betriebsräte gemeinsam auseinandersetzen und versuchen, mit den Beschäftigten des Betriebes Lösungen zu finden.

Auch Beschäftigungs- und Ausbildungssicherung sind wichtiges Ziel der gewerkschaftlichen Vertrauensleute- und der Betriebsratsarbeit.

Die Vertrauensleute

Vertrauensleute der IG Metall werden von den IG Metall-Mitgliedern eines Betriebes gewählt. Sie informieren und beraten die Mitglieder über ihre Rechte aus Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen, über die gesetzlichen Bestimmungen zum Gesundheitsschutz und zur Arbeitssicherheit. Sie diskutieren mit den Mitgliedern Tarifforderungen, informieren über die Politik der IG Metall und nominieren die IG Metall-Kandidatinnen und -Kandidaten für den Betriebsrat.

Der Betriebsrat

Der Betriebsrat ist die gesetzliche Interessenvertretung im Betrieb. Gewählt wird er von allen Beschäftigten eines Betriebes. Seine Rechte und Pflichten sind im Betriebsverfassungsgesetz geregelt. Über 80 Prozent der Betriebsratsmitglieder in der Metallwirtschaft sind in der IG Metall organisiert. Noch höher ist der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Betriebsräte in der Textil- und Bekleidungsindustrie, die nach der Fusion mit der IG Metall ebenfalls "Metaller und Metallerinnen" sind. Mit gutem Grund sind die Betriebsräte unter dem Dach der Gewerkschaft:

Die IG Metall bietet Information, Beratung und Weiterbildungsmöglichkeiten für Betriebsratsmitglieder. Hinzu kommt: der Rückhalt einer durchsetzungsfähigen und erfahrenen Gewerkschaft gibt Mut, sich engagiert für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen.

Wirksame Mitbestimmung und Einwirkungsmöglichkeiten des Betriebsrates sind allerdings nicht in allen Bereichen zufriedenstellend geregelt: zum Beispiel bei wirtschaftlichen Entscheidungen und bei der Einführung neuer Technik.

Deshalb ist eines der wichtigen Ziele der IG Metall, die Mitbestimmungsrechte zugunsten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auszuweiten.

IG Metall-Vorstand

Der Vorstand besteht aus dem bzw. der 1. Vorsitzenden, dem bzw. der 2. Vorsitzenden, dem Hauptkassierer bzw. der Hauptkassiererin, vier weiteren geschäftsführenden und 29 ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern. Die Vorstandsmitglieder werden auf jedem ordentlichen Gewerkschaftstag gewählt. Die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder werden dem Gewerkschaftstag durch die Bezirke vorgeschlagen. Der Vorstand wählt aus dem Kreis der ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder sieben Revisoren bzw. Revisorinnen, die monatlich die Kassengeschäfte prüfen und darüber einen schriftlichen Bericht zu erstatten haben.Zu den Aufgaben des Vorstandes gehört insbesondere, über Tarifkündigungen, Urabstimmungen und Arbeitseinstellungen zu entscheiden. Der Vorstand vertritt die IG Metall nach innen und außen.

IG Metall vor Ort: die Verwaltungsstelle

Mitglieder einer Verwaltungsstelle

Die IG Metall ist eine demokratische Organisation, die Willensbildung geht von den Mitgliedern aus. Wahlen und das Prinzip der Delegation sichern ihre Beteiligung: Von den Delegiertenversammlungen der Verwaltungsstellen bis hin zum Gewerkschaftstag entscheiden die Mitglieder. Entweder direkt oder durch von ihnen gewählte Vertreterinnen und Vertreter. Mitglieder können in verschiedenen Arbeitskreisen mitarbeiten und sich so direkt an der Meinungs- und Willensbildung beteiligen.

Delegiertenversammlung

Die von den Mitgliedern gewählte Delegiertenversammlung ist so etwas wie das Parlament der Verwaltungsstelle. Sie tagt vierteljährlich und trifft Entscheidungen - zum Beispiel über Aktionen in Betrieben, die dann vom Ortsvorstand organisiert werden. Die Mitglieder der Delegiertenversammlung wählen den Ortsvorstand, die Mitglieder der Tarifkommission und die Delegierten für den Gewerkschaftstag sowie für die Bezirkskonferenz.

Ortsvorstand

Er besteht aus haupt- und ehrenamtlichen Funktionären der IG Metall, die von den Mitgliedern der Delegiertenversammlung gewählt werden. Der Ortsvorstand leitet die Verwaltungsstelle, führt die in der Delegiertenversammlung gefassten Beschlüsse aus und ist für die Bildung der Ausschüsse und Arbeitskreise verantwortlich.

Revision

Wie demokratisch eine Organisation ist, hängt auch davon ab, ob und wie sie sich kontrollieren läßt. Bei der IG Metall gibt es auf allen Ebenen Kontrollinstanzen. Die Satzung legt fest, dass der Ortsvorstand aus den Reihen der Beisitzerinnen und Beisitzer drei Revisoren zu bestellen hat. Diese prüfen die Kasse  und berichten der Delegiertenversammlung. Außerdem sind Revisionen durch Beauftragte der Bezirksleitungen und des Vorstandes möglich. Die Bezirkskassen werden von den Bezirkskommissionen geprüft.